Fahrzeugprüfung
Das Spektrum der Fahrzeugprüfungen reicht von Typprüfungen an neu gebauten oder umgebauten Schienenfahrzeugen bis hin zu Forschungs- und Entwicklungsversuchen, zur Ermittlung, der Gründe und zur Unterstützung der Lösung von Problemen, die beim Betrieb oder Wartung von Schienenfahrzeugen aufgetreten sind. Die Zugewinne aus Fahrzeugversuchen reichen vom unschätzbaren Lebens- und Sachschutz, der sich aus der direkten Verhinderung der Gefahr von Entgleisungen bzw. Unfällen ergibt, bis zu erheblichen Kosteneinsparungen, die durch neu eingeführte Wartungs- bzw. Betriebsanweisungen auf der Grundlage von gezielten Auswertungen der Versuchsergebnisse erzielt werden.

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Typprüfungen dienen der Bestätigung der Übereinstimmung der verkehrssicherheitsrelevanten Merkmale des Fahrzeugs. Statische (Zug/Druckprüfstand) und dynamische (Auflauf-) Festigkeitsprüfungen bestätigen, dass das Fahrzeug bei dem höchsten zu erwartenden Belastungskollektiv (gemäß den einschlägigen Vorschriften) keine bleibende Verformung erleidet. Quasistatische Entgleisungssicherheitstests umfassen die Bewertung des Drehmoments der Drehgestelle, der Torsionssteifigkeit des Fahrzeugkastens und des Untergestells und das geeignete Zusammenspiel der Kupplungen und Puffer.

Für dynamische (Strecken-) Entgleisungsfersuche müssen die senkrechten und seitlichen Rad-Schiene-Kontaktkräfte kontinuierlich aufgezeichnet werden. Die gezielte Auswertung dieser Signale ist die Grundlage für die Beurteilung der Entgleisungssicherheit des Fahrzeugs, es ist jedoch auch möglich, die senkrechte Gleisbelastung oder die Sicherheit gegen bleibende seitliche Gleisverschiebung zu bestimmen. Die Querlaufstabilität und der Fahrkomfort des geprüfen Fahrzeugs können auch im Rahmen von Streckenversuchen ermittelt werden.

Die ordnungsgemäße Funktionsweise von Bremsanlagen ist eine Grundvoraussetzung für die Verkehrssicherheit. Bremswegmessungen in Form von Abhänge- oder Zugbremsversuchen dienen zur Ermittlung des angeschrifteten Bremshundertstels des Fahrzeugs, während Gleitschutzversuche dazu dienen, zu bestätigen, dass das Fahrzeug auch unter ungünstigen Umgebungsbedingungen sicher und ohne Beschädigung anhalten kann. Ein interessantes Teilgebiet der dynamischen Bremsversuche ist die Überwachung der Wärmebelastung der Reibungsteile des Bremssystems.

In Traktions- und Energetikversuchen lassen sich neben der Bestimmung des Fahrwiderstands und des Trägheitskoeffizients der Schwungmassen auch die Kennlinien und Wirkungsgradflächen von Triebfahrzeugen, der Leistungsbeiwert sowie die verbrauchte und regenerierte elektrische Energie von elektrischen Triebfahrzeugen und der spezifische Kraftstoffverbrauch der Dieselfahrzeuge ableiten.

Externe Stillstands-, Anfahr- und Vorbeifahrts- sowie interne Stillsands- und Fahrgeräuschprüfungen dienen zur Ermittlung der Betriebsgeräuschemission von Schienenfahrzeugen, deren Halten unter einem festgelegten Niveau eine immer stärker hervorgehobene Teilaufgabe des Umweltschutzes ist.
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